Mörschwil (Transkription Nr. 1251)

Schulort Mörschwil
Konfession des Orts: Katholisch
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 192-194
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: Rorschach
Agentschaft 1799:
Kirchgemeinde 1799: Mörschwil
Ort/Herrschaft 1750: Fürstabtei St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: Mörschwil
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Mörschwil (Niedere Schule, katholisch)

BEANTWORTUNG DER FRAGEN ÜBER DEN ZUSTAND DER SCHULEN IN DER GEMEINDE MÖRSCHWILL DISTRICT RORSCHACH Canton Sentis.

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

MÖRSCHWYL.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?

Ein Dorf.

I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Es ist eine eigne Gemeind.

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?

Zu MÖRSCHWYL.

I.1.dIn welchem Distrikt?

Jn den Districkt Rorschach.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?

Jn den Kantons Säntis.

I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

a. Die näheren ein Viertel, die weitere eine halbe Stund.
b. das übrige in dieser Frag wird der Agent oder Gemeinds Präsident beser als ich beantworten können.

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

MÖRSCHWYL das Haupt dorf.
Circa 20. Kinder
Hub 11. Kinder
Achen 7. Kinder
Bühl 5. Kinder
Horchenthal 6. Kinder
Hundwyl 3. Kinder
Bekentwyl 2. Kinder
Meggenhaus 3. Kinder
Fahrn 10. Kinder
Neppenschwyl 8. Kinder
Riederen 2. Kinder
Tahn 4. Kinder
[Summa] 81
||[Seite 2] Übertrag von Vornen 81
Bitze 1. Kinder.
Reggenschwyl 3. Kinder.
Enggwyl 2. Kinder.
Schimishaus 2. Kinder.
Hagenwyl Kinder.
Stag 1. Kinder.
Strausenhaus 2. Kinder.
Lehn 6. Kinder.
[Summa] 98. Kinder
Die Zahl der Kinder ist unbeständig, nach dem die Zeit des Jahrs, und nachdem die Witterung ist

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.

MÖRSCHWYL das Haupt dorf.
Circa 20. Kinder
Hub 11. Kinder
Achen 7. Kinder
Bühl 5. Kinder
Horchenthal 6. Kinder
Hundwyl 3. Kinder
Bekentwyl 2. Kinder
Meggenhaus 3. Kinder
Fahrn 10. Kinder
Neppenschwyl 8. Kinder
Riederen 2. Kinder
Tahn 4. Kinder
[Summa] 81
||[Seite 2] Übertrag von Vornen 81
Bitze 1. Kinder.
Reggenschwyl 3. Kinder.
Enggwyl 2. Kinder.
Schimishaus 2. Kinder.
Hagenwyl Kinder.
Stag 1. Kinder.
Strausenhaus 2. Kinder.
Lehn 6. Kinder.
[Summa] 98. Kinder
Die Zahl der Kinder ist unbeständig, nach dem die Zeit des Jahrs, und nachdem die Witterung ist

I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

Rorschach, Goldach Unter Eggen, St. Fiden, Wittenbach, Berg, Steinach, und Dübach.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.

Dies kann der Agent oder Gemeinds Präsident benachrichten

II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Ja, sie sind in die besere, mitlere, und schlechtere Klasen eingetheilt.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Buchstabieren in Sylben abgetheilt, Lesen Schreiben, und Rechnen.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Sommer und Winter.
Des Tags 6. Stunde. Vormittag 3. und Nachmittag 3. Stunde.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

||[Seite 3] Wir haben sonderheitlich keine als Nammen und Worterbüchlein, Katechismus, Evangelien Buch, Zeitungen, und Kalender. Leztere zwey werden nur zur Ubung des Lesens gebraucht.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Sie werden von mir aus einem Auszug der Nachfolg Christi gegeben, in welchen schöne, und nützlicher Lehren enthalten sind.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Die Antwort ist hierüber, wie vornen in der 6ten Frag zu sehen.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Vor einigen Jahren. 4. Männer als: der Pfarrherr, Amt amman Kirchenpfleger, und ein Richter. Hernach das Ganze Gericht. Und anjetzo die Gantze Gemeind.

III.11.bWie heißt er?

Johann Joseph Geiser.

III.11.cWo ist er her?

Von Altstädten aus dem Rheintal.

III.11.dWie alt?

Etwas zu 60. Jahren.

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

Fünfe aber alle sind verheürathet.

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

||[Seite 4] Hier in zweymalen 26. Zu Wittenbach 21. Jahre.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Eben wie vor gesagt im Wittenbach
Vorhero ware er ein junger Mensch, und mußte nur Gehorsam abwarten.

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Ja!
Er ist in der Kirch Vorbetter, Vorsinger, und in allem nothwendigen die Orgel zu schlagen verbunden.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?
III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)

Knaben und Mädchen wie vornen in der 6ten Frag bemerkt über 90.

III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)

Knaben u Mädchen bis 70. 60. 50. 40. u auch weniger

IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

Ja.

IV.13.bWie stark ist er?

Das Kapital ist fl. 3000. und über dieses ist ein eigner Pfleger, von welchem der Schulmeister jährlich den Zins empfängt, benanntlich fl. 150. Und derwegen sind die Gemeinds Kinder des Schullohns frey.
Jtem, bezieht der Schulmeister annoch jahrlich von der Gemeinde fl. 20.
Jtem, von dem Kirchenpfleger wegen gestifteten Jahrzeit Ampteren jahrlich fl. 10.

IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

||[Seite 5] Ja.
Die Beysäse zahlen von jedem ihrer Kinder wochentlich 3. xr. und daß darum, weil sie an dem Schul Capital nicht beygetragen, oder gestiftet.

IV.15Schulhaus.
IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?

Vorhin war es klein, und baufällig: anjetzo aber ist gebesert, und vergröseret.

IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?

Es ist nur eine Schulstube da, u. diese ist im untersten Stok.

IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?

Die Gemeinde.

IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.
IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers

Über die übrigen wenigen Fragen habe, oder weiß ich nichts zu beantworten.

Unterschrift

Schulmeister Geiser

Zitierempfehlung: